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Freitag, 14. September 2012

Weird Weeks

Das Sommer-Transferfenster ist Geschichte. Und für Fulham brachte es zahlreiche einschneidende Veränderungen.

Wie sich bereits über die letzten Wochen angedeutet hatte, hat Clint Dempsey Fulham verlassen. Er wechselt für knapp 7,5 Millionen zu den Tottenham Hotspurs.
Damit folgt er Moussa Dembele, der zwei Tage vorher zur Überraschung der Fans ebenfalls zu den Spurs gewechselt war. Er kostete über 19 Millionen Euro.

Damit verließen also die beiden besten Spieler der vergangenen Saison den Verein. Ersetzt wurden sie mit drei Spielern, die allesamt am Deadline Day, also am 31.08. zum Verein stießen.

Kieran Richardson (Sunderland) und Ashkan Dejagah (Wolfsburg) kamen für jeweils zweieinhalb Millionen Euro, und der ManUtd-Starstürmer Dimitar Berbatov, der für knapp fünf Millionen Euro zu Fulham stieß.

Hier trifft er auf seinen ehemaligen Trainer Martin Jol, mit dem er schon bei Tottenham erfolgreich zusammenarbeitete. Die Verpflichtung von Berbatov stellt einen Coup für Fulham dar, gleichzeitig verpasste man es jedoch, in den vergangenen Tagen Ersatz für Moussa Dembele zu holen.

Das ist ein Vorwurf, den sich die Vereinsführung gefallen lassen muss - man hat es im zentralen Mittelfeld vermasselt. Den Starspieler und den Vereinskapitän hat man ersatzlos abgegeben. Angebote für Tom Huddlestone, Vadis Odjidja-Ofoe und Wilson Palacios scheiterten am Deadline Day. Ein Loch ist entstanden, dass man bis Januar irgendwie notdürftig stopfen muss.

Dabei soll der griechische Oldie Georgios Karagounis mithelfen, der für ein Jahr von Panathinaikos kommt, wo er am Ende der vergangenen Saison keinen neuen Vertrag erhalten hatte. Man darf gespannt sein, ob das reicht, um den Starspieler zu ersetzen.

Richardson und Dejagah sind sicher vernünftige Alternativen zum verhandenen Personal. Gleichzeitig fehlt der Spielgestalter. Ich bin nicht sicher, ob Bryan Ruiz diese Lücke füllen kann - aber mit Berbatov, der bei der 0-3-Niederlage bei West Ham sein Debüt gab (ebenso wie Richardson) hat er ja einen spielgestaltenden Offensivspieler vor sich.

Im Mittelfeld müssen Sidwell und Diarra nun zeigen, dass es auch ohne Dembele gehen kann. Das wird hart, aber es muss funktionieren.

Auf eine (trotz allem) erfolgreiche Saison.

Mr Fulham

Samstag, 18. August 2012

League Leaders - Did you see that, Clint?

Ja, das stimmt so.

Das erste Match der neuen Saison stand am heutigen Samstag gegen Norwich City an - und die Mannschaft zeigte sich auf den Punkt fit. Mit 5-0 fegten die Jungs von Martin Jol die überforderten Canaries vom Platz und dürfen sich jetzt, gemeinsam mit Swansea, die QPR an der Loftus Road ebenfalls mit fünf Toren deklassierten, Spitzenreiter nennen.

Ein Auftakt nach Maß für die Mannschaft, die ohne Starspieler Clint Dempsey auskommen musste. Für den US-Boy stehen die Zeichen auf Abschied, das gab Jol am gestrigen Freitag bekannt. Man werde ihn verkaufen, weil Dempsey das so wolle.

Die Klublegende hatte die letzten Wochen nicht mit der Mannschaft trainiert und ein Transfer zu Liverpool schien schon ausgemacht, doch Jol sagte: 'Wir haben kein Angebot erhalten.'
Die ganze Situation sei 'peinlich', so der Holländer weiter.

Wenn es kein Gebot mehr gebe, werde Dempsey bleiben, sonst werde man ihn verkaufen. Aber über den Tisch wird man sich nicht ziehen lassen. Das wurde bei der PK mehr als deutlich.

Das Tischtuch ist jedoch zerschnitten, das wurde spätestens klar, als Dempsey auf Twitter nachlegte. 'There are two sides of the story' und 'the truth will come out soon'.

Man wird sehen, was da noch passiert. Man soll Dempsey jedenfalls eine Geldstrafe aufgebrummt haben.

Doch zurück zu erfreulichen Dingen. Nach einem eher mauen Start in die Partie kam Fulham immer besser auf Touren, und John Arne Riise sowie Mladen Petric vergaben vor der 20. Minute erste gute Chancen.

Doch es war Oldie Damien Duff, der den Torreigen eröffnete. Nach 24 Minuten nahm er einen Steilpass von Riise geschickt mit und schob ein - 1-0 für die Whites.

Noch vor der Pause legten die Cottagers nach - 2-0 hieß es in Minute 41. Nach Ecke Duff war es der Neuzugang Mladen Petric, der bei seinem Debüt per Kopf einnetzte. Der Kuchen war also schon vor der Halbzeit de facto gegessen, denn Norwich fand überhaupt nicht statt.

Doing The Double - Mladen Petric (l.) mit Mahamadou Diarra


Daran änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nichts - Fulham spielte souverän seinen Stiefel runter, das ganze Team war äußerst motiviert. Vor allem Bryan Ruiz und Petric waren jedoch omnipräsent und setzten die Spieler aus East Anglia immer wieder unter Druck. Und so war es eine Kombination der beiden Offensivspieler, die das 3-0 markierte - wieder war es Mladen Petric, der traf. Der ehemalige Hamburger mit einem saustarken Debüt, denn kaum 10 Minuten später war er wieder involviert.

Ein toller Spielzug über Moussa Dembele und ebenjenem Petric wurde von Youngster Alex Kacaniklic vollendet. Was für eine Woche für den jungen Schweden. Geburtstag am 13., erstes Länderspiel für sein Land am 15., erstes Premier League-Tor am 18. - einfach nur Wow.

Doch damit war noch nicht Schluss - Petric wurde unmittelbar nach dem Tor ausgewechselt, unter stehenden Ovationen von 25,602 Menschen im beinahe vollen Craven Cottage. Läppische 98 Menschen haben gefehlt.

Es kam der zweite offensive Neuzugang, und auch Hugo Rodallega wusste später noch zu überzeugen. Auch kamen Pajtim Kasami für Damien Duff (auch Kasami machte ein starkes Spiel) und Steve Sidwell für den wie aufgedreht spielenden Bryan Ruiz - kein Wunder, der Mann feierte heute schließlich seinen 27. Geburtstag.

Der Schlusspunkt, das i-Tüpfelchen, das 5-0 für die Cottagers besorgte schließlich der fünf Minuten vorher eingewechselte Steve Sidwell. Ein Tor bei seiner Rückkehr nach einer langwierigen Verletzung, die ihn fast ein halbes Jahr aus der Bahn warf. Nach einer Ecke fand der mit aufgerückte Kapitän Brede Hangeland Hugo Rodallega, der im Strafraum zu Fall gebracht wurde.


Die Frage, wer den Elfmeter wohl treten würde, war schnell geklärt. Danny Murphy war weg, auch sein Ersatzmann Dempsey nicht dabei. Egal, sagte sich Sidwell, der einzige englische Spieler, der für Fulham heute aufgelaufen war, nahm sich den Ball und drosch ihn in die Maschen.


5-0, nicht übel.

In diesem Sinne -
Spitzenreiter Spitzenreiter Hey Hey Hey!
Mr Fulham

Donnerstag, 12. Juli 2012

The Swing of the Silly Season

Seit zwei Wochen ist das Transferfenster nun offiziell auf. Die Vereine sind am Handeln, versuchen, nicht mehr benötigte Spieler abzugeben und neue Akteure zu verpflichten.

Bei Fulham plant Martin Jol einen Umbruch. Die Altstars Danny Murphy und Andrew Johnson, der Russe Pavel Pogrebnyak sowie der Ersatzsspieler Orlando Sá haben den Verein verlassen, Mittelfeldmann Bjorn Helge Riise könnte Fulham ebenfalls verlassen - Tromso interessiert sich für den Norweger.

Zudem ist die Zukunft der beiden Stars Moussa Dembele (24) und Clint Dempsey (29) ungewiss. Die Verträge beider Spieler laufen aus, was dazu führt, dass die Ablösesummen für die beiden nicht mehr allzu hoch ausfallen werden. Zudem wittern beide ihre Chance, endlich bei einem großen Klub unterzukommen.

Der US-Amerikaner Dempsey wird den Verein wohl ziemlich sicher verlassen, Arsenal und Liverpool sollen interessiert sein. Dempsey hat oft beteuert, dass es der Traum eines jeden Spielers ist, irgendwann in der Champions League zu spielen. Doch dazu müsste ein Vereinswechsel her.

Staying Or Leaving? - Dembele (l.) und Dempsey

Auch der jüngere Dembele möchte da mal hin. Schon bei seinem Transfer zu Fulham machte er daraus keinen Hehl. Fulham sei nur eine Zwischenstation. Deswegen auch nur die relativ kurze Vertragslaufzeit von drei Jahren. Potentielle Käufer sollten nicht abgeschreckt werden.

Eine geplante Vertragsverlängerung ließen beide Spieler bis dato platzen. Die Zeichen stehen auf Abschied.

Das bringt gewisse Probleme mit sich, vor allem für die Zeit, bis die beiden weg sind. Man kann nicht sofort in die Vollen gehen, weil sie noch da sind. Und wenn sie erst weg sind, steigt der Druck auf Martin Jol und Alistair Mackintosh von Tag zu Tag, Ersatz zu finden.

Das imponiert mir an deutschen Vereinen immer so - die gradezu schwäbische Gründlichkeit, mit der Kaderplanung betrieben wird. Beispiel Gladbach: Bei Reus und Neustädter, selbst bei Dante, war schnell klar, dass die nicht bleiben werden. Also hat man Deals gemacht und hat so unheimlichen Zeitgewinn verbucht - und so früh Ersatz beschaffen können, zumindest für Neustädter.

Bei Fulham sieht es so aus, als würde sich die Planung bis zum Deadline Day am 31. August hinziehen. Da läuft die Saison schon zwei Wochen, und selbst dann ist man nicht davor gefeiht, die beiden Topstars noch zu verlieren. Klar, je später im Transferfenster, desto höher wird die Ablöse, aber desto weniger wird eben auch die Zeit, um noch adäquat zu reagieren.
Im Januar konnte man das gut beobachten: Bobby Zamora verließ den Klub am letzten Tag, die Verhandlungen mit dem Ersatz, Lucas Barrios, scheiterten am Berater des Paraguayos. Und so musste man auf Pogrebnyak zurückgreifen. Das Risiko, in das man da gegangen ist, hat sich am Ende ausgezahlt, Pogrebnyak erzielte 6 Tore.
Und doch: Das hätte arg nach hinten losgehen können.

Trotz des Damoklesschwertes, was in Person der beiden 'Dems' noch über Jol/AliMac hängt, scheint die Tendenz da zu sein, früh im Sommer gewisse Weichen zu stellen: So hat man in den ersten zwei Wochen des Fensters schon drei neue Spieler verpflichtet - der im letzten Post schon angesprochene Mladen Petric, der ehemalige Wolfsburger Defensivallrounder Sascha Riether sowie - heute - der kolumbianische Stürmer Hugo Rodallega.
Die Stürmer kommen ablösefrei, Riether wird vom 1. FC Köln vorerst nur ausgeliehen.

Grade deshalb sind es gute Deals - auch wenn die Tatsache, dass alle drei quasi für lau kommen, schon Bedenken auslöst - hat man kein Geld zur Verfügung oder wird man die Mittel auf ein, zwei, vielleicht drei Topzugänge bündeln?

Die Frage bleibt offen, aber vorerst kann man sagen, dass das Fenster durchaus erfolgreich verlaufen ist.

Zu den einzelnen Spielern -

Mladen Petric

Petric (31) ist ein kroatischer Stürmer, der sein gesamtes Fußballerleben im deutschsprachigen Raum absolviert hat. Er fing an in der Schweiz (wo er seit seiner Kindheit lebte) beim FC Neuendorf und verbrachte seine ganz Jugend beim FC Baden. Über weitere Stationen in der Schweiz folgte 2007 schließlich der Wechsel nach Deutschland, zu Borussia Dortmund. Dort schoss er in einer Saison 13 Tore in 29 Spielen, und traf im DFB-Pokalfinale, das die Dortmunder erst in der Verlängerung gegen den FC Bayern verloren.
Nach Abschluss der Saison wechselte Petric im Tausch gegen Mohamed Zidan zum Hamburger SV (der damals vom jetzigen Fulham-Manager Martin Jol trainiert wurde), wo er nach und nach zum Kultstar avancierte und mit seinem ihm eigenen Torjubel (bei dem er wie der Liebesgott Amor einen Pfeil in die Zuschauermenge schießt) die Herzen der Hansestadt im Sturm eroberte (meine lyrischen Fähigkeiten werden echt unterschätzt, Anm. d. Red.).
Bei den Rothosen bleib er bis zum Ende der vergangenen Saison, als er wegen des mannschaftsinternen Umbauprogrammes keinen neuen Vertrag erhielt. Nach dem letzten Heimspiel für den HSV (einem 0-0 gegen Mainz) flossen Tränen beim Kroaten.
Mladen Petric (Foto: Fulhamfc.com)

Fulham-Fans ist Petric sicherlich vor allem durch sein atemberaubendes Freistosstor im Craven Cottage in Erinnerung, als er nach einem 0-0 in Hamburg im Europa League-Halbfinale das zwischenzeitliche 0-1 für den HSV erzielte (natürlich gewann Fulham am Ende noch spektakulär mit 2-1).

Martin Jol erinnerte sich also an seinen alten Schützling aus gemeinsamen Hamburger Tagen und brachte ihn nach London. Bei Fulham unterzeichnete Petric am 28.06.2012 einen Einjahresvertrag.

Er sagte: "Ich mag die Premier League und es war immer ein Wunsch von mir, mal in der Liga zu spielen. Ich habe vor zwei Jahren mit Hamburg gegen den Klub gespielt. Es war sehr schön, im Craven Cottage zu spielen mit der wundervollen Kulisse, und ich habe mich mit allen Offiziellen des Vereins, die ich seither getroffen habe, sehr gut verstanden."



Sascha Riether


Die Leihe von Riether (29), die am 06.07.2012 bekanntgegeben wurde, macht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht so viel Sinn wie der Transfer von Petric. Denn weder auf der Rechtsverteidiger-Position (wo sich derzeit noch Kelly, Grygera und Baird tummeln) noch im defensiven Mittelfeld (Diarra, Sidwell, Etuhu, Gecov) besteht akuter Bedarf.
Dennoch ist es natürlich immer schön, einen so erfahrenen und konstanten Defensivspieler wie Riether im Verein zu wissen.
Er spielte, im breisgauischen Lahr geboren, seit 1998 für den SC Freiburg, bei dem er 2002 auch seinen Durchbruch schaffte - damals spielten die Breisgauer noch in Liga Zwei, waren aber damals schon für ihre ausgezeichnete Jugendarbeit bekannt.
2007 folgte der Wechsel zum aufstrebenden VfL Wolfsburg, mit dem er 2009 sogar Deutscher Meister wurde. Er war in dieser Saison einer der Leistungsträger auf der rechten Verteidigerposition und spielte sich sogar in die deutsche Nationalmannschaft, für die er zweimal auflief.
Sascha Riether (Foto: Fulhamfc.com)

Auch er ist Fulham-Fans aus der Europa League bekannt, als die Cottagers 2010 im Viertelfinale die Wolfsburger ausschalten konnten.

2011 wechselte er zum 1. FC Köln, und obwohl die Geißböcke am Saisonende abstiegen und er auf der eher ungewohnten Position im defensiven Mittelfeld eingesetzt wurde, war Riether eine der wenigen Konstanten in einer schwierigen Saison.

Dies hat offenbar auch Martin Jol erkannt, denn er lieh Riether für ein Jahr von Köln aus. Außerdem wurde eine Kaufoption vereinbart.

Riether sagte: "Ich bin sehr zufrieden, dass ich jetzt unterschrieben habe. Es fühlt sich an, als hätte ich eine lange Pause vom Fußball gehabt. Für mich ist es eine neue Herausforderung in einem neuen Land. Fulham ist ein guter Klub, mit einer langen Tradition und ich bin froh, hier zu sein. Ich habe hier einmal mit dem VfL Wolfsburg gespielt und ich erinnere mich, dass das Craven Cottage ein tolles Stadion mit tollen Fans ist. Ich hoffe, ich werde hier eine tolle Saison haben."


Hugo Rodallega

Vor wenigen Stunden wurde vom Verein auch die dritte Verpflichtung des Sommers bekanntgegeben: Der Kolumbianer Hugo Rodallega (26) kommt ablösefrei von Wigan Athletic und unterschreibt einen Vertrag bis 2015.
Rodallega ist Fulham-Fans vor allem durch sein Tor im DW Stadium bekannt, als er das zwischenzeitliche 1-0 für Wigan gegen die Cottagers erzielte. Am Ende ging das Spiel 1-1 aus.

Hugo Rodallega (Foto: Fulhamfc.com)
Rodallega begann seine Karriere in Kolumbien und spielte von 2004 bis 2006 für Deportes Quidío und Deportivo Cali in der ersten kolumbianischen Liga. Mit guten Leistungen erregte der Nationalspieler das Interesse ausländischer Klubs, und 2006 folgte der Wechsel zum CF Monterrey nach Mexiko. Bei  den Rayados schaffte er es jedoch nicht an seine Form anzuknüpfen und er wechselte zu Necaxa. Bei den Rayos wiederrum wusste Rodallega zu überzeugen. Eineinhalb Jahre später, im Januar 2009, folgte der Wechsel zu Wigan Athletic in die englische Premier League. Dort wurde er zum umjubelten Topstar und ist bis heute Wigans Rekordtorschütze in der ersten Liga (mit 24 Toren).

In der letzten Saison jedoch strauchelte der Kolumbianer merklich, startete nur 11 Spiele und kam in 12 Einsätzen von der Bank. Es ist Fulhams Glück, denn sonst wäre 'Rodagol' vermutlich bei einem echten Topklub gelandet. So ist es 'nur' Fulham geworden.

Ich denke, wir können uns umso mehr auf ihn freuen, auch wegen seiner Vielseitigkeit: Rodallega kann neben der klassischen Mittelstürmerposition auch auf den Flügeln spielen, beispielsweise in einem 4-3-3.

Er sagte heute: "Ich freue mich wahnsinnig, dass bei Fulham unterschrieben habe. Ich wollte in England bleiben und ich bin froh, dass mir Fulham diese Möglichkeit geboten hat. Ich möchte mich auch noch bei den Mitarbeitern und Fans von Wigan Athletic für wundervolle dreieinhalb Jahre bedanken."

Morgen übrigens der Beginn einer kurzen pre-season Tour durch Deutschland, man spielt am 15.07. in Grimma gegen den dänischen Klub Koge, am 18.07. im Bruno-Plache Stadion in Leipzig gegen den Traditionsverein Lokomotive Leipzig sowie am 21.07. in Weingarten gegen Kaiserslautern.



Weitere Abgänge oder neue Spieler werde ich hier natürlich analysieren.

In diesem Sinne,
Mr Fulham

PS: Wie zu erwarten war, hat Co-Trainer und Fulham-Legende Ray Lewington den Verein verlassen. Er unterschreibt beim englische Fußballbund (FA) einen Vierjahresvertrag und wird damit Co-Trainer von Roy Hodgson.

Good Luck, Ray!

PPS: Der Schweizer Pajtim Kasami wird seine Nation übrigens bei den Olympischen Spielen von London vertreten und ist somit der einzige Fulham-Spieler, der das tut. Ich wünsche ihn alles erdenklich Gute. Genieße die Atmosphäre.

Go for Gold, Pajtim!

Sonntag, 8. April 2012

Clint - Eine Hommage

Dear Clint,

ich weiß, Du kannst kein Deutsch und ich vermute, dass Du diesen Blog wohl nicht lesen wirst. Auch wenn das ein schwerer Fehler ist, wie ich an dieser Stelle feststellen muss!

Aber ich denke, dass es an der Zeit ist, Deine Zeit beim FC Fulham hier mal zu würdigen.

Nach inzwischen über fünf Jahren bist Du in London, man kann es wohl sagen, auf dem Weg zur Legende.


Black and White - Furman Days
Du kamst nach London mit der Empfehlung von 25 Toren aus 71 MLS-Spielen für New England Revolution. Du warst damals eines der vielversprechensten Talente des US-Fußballs, 8. im MLS SuperDraft 2004, als Du von Deinem Jugendteam Furman kamst. Aber wer sind die sieben vor Dir, wer kennst sie heute noch? Freddy Adu an allererster Stelle: Was für ein Absturz, der ist nach völlig enttäuschenden Versuchen in Europa inzwischen zurück in der MLS und kickt in Philadelphia. Oder Joseph Ngwenya, der ist vereinslos und hat nirgendwo richtig überzeugen können. Matt Taylor war dabei, der tritt jetzt in der Fußballmetropole Paderborn gegen den Ball. Einzig Dein Nationalelf-Kollege Clarence Goodson ist aktuell noch ein Name, bei dem man nicht sofort nostalgische Gedanken bekommt.

Aber Du hast es geschafft. Hut ab, nicht viele US-Amerikaner sind in der Lage, auch auf der anderen Seite des großen Teichs erfolgreich zu sein. Du kannst zurecht stolz auf Dich sein, Du bist inzwischen wohl eines der Aushängeschilder des Soccer.

Early Days - Demps 2007
Und das alles bei Fulham. Im Januar 2007 - damals war Chrissy Coleman noch Manager - kamst Du zu Fulham. Für 3 Millionen Euro. Was für eine Investition, oder?
Übrigens kamst Du zur gleichen Zeit wie Simon Davies.
Clint, um das mal einzuordnen, damals standen noch Spieler wie Liam Rosenior, Philippe Christanval, Michael Brown oder Alexey Smertin im Kader. Das waren noch Zeiten! Und, vor allem, was für eine Entwicklung hat unser Team seitdem genommen!
Ihr beide habt, so sagte Simon Davies anlässlich seines Jubiläums, mindestens drei Spielergenerationen zusammen erlebt. Da war die eben erwähnte Coleman/Sanchez-Fraktion. Dann, 2008, der Hodgson-Umbruch. Brede Hangeland, Dein Kumpel Eddie Johnson, Bobby Zamora, Andy Johnson. Und jetzt, die neue Generation: Ruiz, Dembele, Kacaniklic, Frei.

Und die Qualität stieg auch an, mit dir an der Spitze. Du warst über die letzten Jahre die große Konstante, wenn es um Tore und Torvorlagen ging: Um das mal durchzugehen:

In der ersten Halbsaison hattest Du, 24-jährig, noch Probleme, ins Team reinzukommen: Die Folge war nur ein Tor in 10 Spielen. Fulham wurde 16. in der Tabelle.
Du kommst aus Nacogdoches, TX, deswegen wurdest du in der Folge auch als "The Mad Texan" oder einfach "The Clint" bekannt.
Ein Spitzname wurde nötig, denn in Deiner ersten vollen Saison warste dann auch gleich Topscorer. 6 Tore und zwei Volagen waren es zwar nur, aber immerhin mehr, als die Arrivierten geschafft hatten.
Der Toptransfer, Diomansy Kamara, schaffte nur fünf Tore. Du warst früh ein Faktor in unserem Spiel, in deiner unnachahmlichen Art, auf dem linken oder rechten Flügel zu wirbeln. Meist stahlst du dich in geduckter Art und Weise doch durch die Mitte. Mit Kraft - aber in erster Linie mit diesem einmaligen Willen und einem Hunger, den ich selten erlebt habe.

Anfangs zweifelten viele Fans an Dir. Du sähest so "müde" aus und man wisse nicht, wo Du am besten spielen solltest. Interessant, das schienen so ziemlich alle Manager von Dir zu denken. Zuerst zumindest. Unter allen, vor allem unter Hodgson, hattest Du anfangs Schwierigkeiten, überhaupt in der ersten Elf zu landen.

Dein Frust war auch Fulhams Frust. Und so lief Deine erste volle Saison auch katastrophal für den Verein. Es war das Jahr des Great Escape, in denen andere die Hauptrollen spielen. Danny Murphy zum Beispiel. Oder Jimmy Bullard. Roy Hodgson hatte den Verein im Januar 2008 übernommen, nachdem Lawrie Sanchez nach weniger als einem Jahr entlassen wurde. Derjenige, der deinen Transfer vorangetrieben hatte, Chris Coleman, wurde schon wenige Wochen nach deiner Ankunft gefeuert. Er glaubt, Du hättest jetzt Top4-Potential.
Sowieso, die Manager. Von denen hast Du einige gesehen. Und unter allen konntest Du Leistung abrufen. Ob nun unter Coleman, Sanchez, Hodgson, Hughes oder Martin Jol. Du warst eine der wenigen Konstanten in unruhigen Zeiten. Dafür danke ich Dir - auch in schweren Zeiten riefst Du deine Leistung ab.

Derby Day - Dempsey gegen Chelsea
Unter Hodgson warst Du anfangs nur Ersatz. Sieben Mal eingewechselt, alleine in den ersten neun Spielen. Danach: Stammkraft. Du hast es ihm gezeigt. Sieben Tore, darunter Doppelpacks beim denkwürdigen Heimspiel gegen Chelsea (Endergebnis 2-2) und beim Auswärtssieg im City of Manchester Stadium (1-3).
Bester Torjäger in der besten Saison des Vereines. Hodgson führte euch auf Platz 7.
Wieder Toptorjäger des Vereins. Im Sommer 2009 dann warst Du einer der Topstars beim Confed-Cup in Südafrika. 3 Tore in 5 Spielen für die US-Boys, bei denen Du seit Jahren schon zum Stammpersonal gehörst.
Die Folge: Der Bronzene Ball und ein inzwischen international bekannter Name. Dempsey. Das ist mittlerweile schon eine eigene Marke. Du wirbst als Texaner für mexikanisches Bier, das Modelo Especial. Sowas darfst wohl auch nur Du.

Die Saison 2009/10-Saison ist für Dich wohl sowas wie der Durchbruch. Also der endgültige.
Wieder sieben Tore in der Liga,  das allerdings in nur 29 Spielen. Dazu der Europa League-Run.

Fulham in aller Munde, international. Siege gegen europäische Fußballgrößen, Basel, Wolfsburg, damals noch mit Dzeko, Hamburg, Juventus.
That Goal - Clint gegen Juventus
Juventus - das war wohl Dein Meisterstück. Antonio Chimenti, der Keeper der Turiner, guckte gut aus der Wäsche, finde ich. Es würde mich echt interessieren, was Dir kurz nach dem Tor durch den Kopf gegangen ist. Du hattest mal wieder ein blaues Auge, wie so häufig. Daran werde ich mich wohl immer erinnern.

Du ranntest wie ein Berserker hinterm Tor lang. Ich hab da nie jemanden langlaufen sehen, ist doch viel zu wenig Platz da hinten. Dir war das egal. Auf Deiner Brust rumtrommelnd, warst Du unterwegs in Richtung Hammy End/Riverside.
Es war die totale Euphorie, man konnte das förmlich greifen. Emotional steht da wohl nur noch Hamburg drüber.
Das war sicher DAS Tor Deiner Karriere. Oder? Du hast viele unglaubliche Tore erzielt, auch bei Fulham. Aber das - wolltest Du das überhaupt so machen? Danach hast du Dich bisschen rausgequatscht, von wegen "gamble" und so.  Ich liebe deine Äußerung danach, so typisch texanisch-flamboyant: "I just thought, what the heck" - klar, ist ja auch nix, so ein Europa League-Match, dass man nach einem 1-3 in Turin noch 3-1 gedreht hat und dann - Alter, ich probier das einfach mal, was soll's - das macht wohl kein Europäer so. Kann ich mir zumindest nicht vorstellen.

Clintastic! - BBC Award
Das Tor wurde, folgerichtig, zum BBC Sporting Moment of the Year 2010 gewählt.
Und Du, ausgezeichnet. Also jetzt auch mit nem Award.

Zum Titel hat's halt nicht gereicht, schade. Das wäre es wohl gewesen.
Aber Du warst der erste, bei dem ich gesehen habe, dass Ihr das Ding gewinnen wollt ... zusammen mit Deinem alten Weggefährten Simon Davies, der das 1-1 erzielt hatte, standest Du unmittelbar nach Abpfiff mitten auf dem Platz vor den TV-Mikrophonen. Mitten in der Euphorie. Menschen weinten vor Freude und Stolz, sowas hatte das Cottage noch nie gesehen in seiner über 100-jährigen Geschichte. Und Du standest da, abgekämpft, und sagtest mit breitem Ami-Akzent sowas wie "na, jetzt wollen wir das aber auch nach Hause bringen."
Ich kann den genauen Wortlaut leider nicht mehr nachprüfen, die UEFA hat das - unfassbare - Video der kollektiven Euphorie und der Umarmungsorgien leider gelöscht.
Da hab ich zum ersten Mal bewusst dran gedacht, dass wir das Ding gewinnen könnten. Haben wir leider nicht geschafft.
Egal, würdest Du jetzt sicher sagen, blieb ja gut. Stimmt. Denn es war ja Weltmeisterschaft. Die USA ausgerechnet in einer Gruppe mit den Engländern. Du gegen deine Wahlheimat.
Dein Tor - ausgerechnet gegen England - war atemberaubend. Ausnahmsweise aber nicht wegen Dir - denn das Ding rutschte Rob Green durch die Hosenträger.
Wieder so eine Frage, die sich stellt: Haste im Kabinentrakt noch was zu Green gesagt? Irgendeinen Kommentar, so wie "Mach dir nicht's draus!"?
Ok, blöde Frage, vergiss sie. Natürlich hat er sich was draus gemacht.Aber "what the heck" - Tor ist Tor. Im Achtelfinale war dann leider Schluss, gegen Ghana.
Lag wohl vor allem daran, dass Du und Landon Donovan eine two-men-Show abziehen mussten, war ja sonst bisschen dünn bei euch.
Klar, eine Menge Perspektivspieler, aber die waren wohl noch nicht so weit.

Fulhamerican - Die WM 2010

Dempsey als Führungsspieler. Du warst da 27. Da muss man auch mal Verantwortung übernehmen. Machst du. Emotional bist du immer dabei. Frag mal nach bei Yaya Touré oder Craig Bellamy.

Auch nachdem Hodgson weg war, bliebst Du bester Torjäger. Manager können Dir nicht groß was anhaben, oder? Unter Hughes und Martin Jol wurdest Du immer besser, was das Toreschießen betrifft. Zwölf Tore in 37 Spielen waren es unter Hughes, bis jetzt stehst Du, der Du in diesem Jahr aufgrund von Verletzungspausen der anderen auch zentral im Sturm spielen musstest, bereits bei 15 Toren. 21 Tore in allen Wettbewerben. Und das bei Fulham!

Darunter bereits zwei hat-tricks. Der Januar 2012 war Dein Monat - einer gegen Charlton im FA Cup und ein weiterer gegen Newcastle. Dazu wettbewerbsübergreifend drei Doppelpacks.

Keep Flyin' High - Clint heute gegen die Bolton Wanderers
Heute wieder einer, gegen die Bolton Wanderers. Und am Besten du triffst gegen Chelsea auch gleich doppelt. Übermorgen.

Insgesamt hast Du Louis Sahas Rekord von 13 Toren pro Saison nicht nur egalisiert, Du pulverisierst ihn förmlich. Und noch sind sechs Spiele zu spielen. Da geht noch was, meinst Du nicht?

Und dann noch dieses Tor in Genua, zum 1-0-Sieg gegen Italien. Das war den USA zum letzten Mal irgendwann in der Antike gelungen, glaube ich.

Du hast es Dir verdient, das alles. Und hart dafür gearbeitet. Fünfeinhalb Jahre bist Du nun im Verein, hast die Höhen und Tiefen der letzten Jahre miterlebt und durchgestanden.

Martin Jol kündigte Vertragsverlängerungsgespräche an, auch mit Dir. Leider habe ich kaum Hoffnung, dass Du bleibst. Zu wertvoll bist Du, für so einen kleinen Verein wie Fulham.

Und mit 29 willst Du bestimmt auch nochmal Champions League spielen.
Aber ich würde mich freuen, wenn Du bleibst. Dann kannste weiter an Deinem eigenen Denkmal bauen. Du hast eine kleine Familie gegründet, mit Frau und zwei Kindern lebst du in Wimbledon, spielst Golf und angelst gerne. Das kannste doch auch weiter bei Fulham machen, oder nicht....

Was meinste, Du machst weiter bei uns, und wir bauen Dir ein Denkmal? Deal?
Denn Michael Jackson kann ruhig weichen. Denn wir haben einen besseren US-Boy.


Solltest du weggehen, dann wünsche ich Dir alles Gute. Aber es würde weh tun, Dich in einem anderen Trikot zu sehen.

Ich würde dann wohl das sagen, was Du nach dem Juve-Tor sagte:
What the heck!

You're a legend. Already.

Right?
Mr Fulham

Mittwoch, 29. Februar 2012

Diarra Interview

Diarra gestern am Pariser Flughafen
Fulham neuester Zugang (see what I did there!) Mahamadou Diarra (30) äußerte sich heute erstmals persönlich über seinen Wechsel zum FC Fulham.
Der Malier, der bereits während der vergangene Woche mit dem Team trainierte und gestern schließlich einen Vertrag bis Saisonende unterschrieb, zeigte sich begeistert von der Mannschaft.

"Es hat sehr viel Spaß gemacht hier während der vergangenen Woche mit dem Team zu trainieren. Die erste Woche war wirklich toll hier. Es lief alles gut und, jeder war freundlich und ich wurde mit offenen Armen empfangen. Ich habe mich wirklich willkommen gefühlt. Es gibt mir ein Gefühl, dass die Leute sich wirklich darüber freuen, dass ich jetzt hier bin und ich freue mich wirklich, dass ich bei Fulham unterschrieben habe.
Fulham ist offen gegenüber Spielern, die Fußball spielen wollen, ihr Bestes geben und eine Siegermentalität mitbringen.
Der Verein ist ambitioniert und das wurde mir von der Vereinsführuing sehr deutlich gemacht.
Der Manager [Martin Jol, Anm. d. Red.] machte mir auch klar, dass er das Team nach vorne führen will. Danach gab es für mich kein großes Zögern mehr.
Die 12 verbleibenden Matches sind für mich wie 12 Finalspiele. Es liegt nun an mir, mich zu beweisen und dem Team durch gute Leistungen weiterzuhelfen.
Ich habe das Team schon spielen sehen und ich weiß, wie die Mannschaft spielt und dass es eine gute und sehr talentierte Gruppe ist.
Für mich persönlich wird das eine große Herausforderung und ein ziemliches Abenteuer."

Sagt zwar größtenteils das, was im Grunde alle Neuzugänge sagen, aber zwischen den Zeilen bestätigt das doch mein Bild davon, wohin Jol den Verein führen will.
Fulham-Scout Brian Talbot äußerte sich jüngst in einem Talksport-Interview darüber, wie Jol den Verein verändern will.
Während Hughes hauptsächlich teurere Spieler haben wollte, baut Jol ein großes Scouting-Netzwerk aus und sucht gezielt nach Spielern. Auch die Academy wird zunehmend mit jungen, talentierten Spielern ausgebaut. Das wird auch der eigenen Jugend mittelfristig zupass kommen.
Brian Talbot beispielsweise arbeitet seit knapp einem Jahr für Fulham. Hughes hat ihn seinerzeit ins Boot geholt. Unter Jol scoutet er hauptsächlich in den großen europäischen Ligen, zuletzt war er in Frankreich unterwegs. Auch für die Verpflichtung von Pogrebnyak zeichnet der ehemalige Arsenal- und West Brom-Spieler sich mitverantwortlich.

Clint Dempsey hat im Übrigen heute gegen Italien das 1-0 gemacht. Ein schönes Tor. Hoffentlich kann er gegen die Wolves am Wochenende nachlegen. Hier das Tor -

Dienstag, 24. Januar 2012

No Lopez oder A Game of Two Halves

...for Maxi.
Milan Deal - Maxi Lopez
Der Argentinier hat sich für Milan entschieden, Catania hat Fulhams Angebot abgelehnt. Damit geht die Stürmersuche in die nächste Runde. Man darf gespannt sein, wer es letztlich wird.

Am Wochenende stand derweil mal wieder die Premier League auf dem Programm. Zu Gast kamen die Überflieger von Newcastle United, die Überraschungsmannschaft der aktuellen Saison.
Bei beiden Mannschaften fehlte indes wichtiges Personal: Bei Fulham der Belgier Dembele, der im Übrigen in den letzten Wochen zwar nicht effektiver, aber dennoch spielbestimmender geworden ist, bei Newcastle die Afrikaner Ba, Cisse und Cheick Tiote, die defensive Dampfwalze der Magpies.
 Dafür spielten der von mir sehr geschätzte Leon Best, Shola Ameobi und der starke Danny Guthrie.
Dembeles Verlust wurde von Jol kompensiert, indem er Steve Sidwell in die Mannschaft zurückbeorderte.

Newcastle hatte zuvor drei Premier League-Siege in Folge zu verzeichnen. Und das nicht gegen Laufkundschaft, sondern unter anderem über den amtierenden Meister, Manchester United. Die Red Devils fegten sie im heimischen St. James's Park (ich verweigere mich hiermit gegen den neuen Namen Sportsdirect Arena!) sogar mit 3-0 vom Platz. Darauf folgte ein FA-Cup-Sieg gegen Blackburn sowie ein solides 1-0 über die seit kurzem von unserem ambitionierten Ex-Manager Mark Hughes trainierten Queens Park Rangers.

Fulham indes hatte grade krachend mit 1-3 gegen die Blackburn Rovers verloren, die zu allem Überfluss noch über 60 Minuten zu zehnt spielten.

Die Rollen waren also klar verteilt, und so verlief auch die erste Halbzeit. Fulham bot die vielleicht schlechteste Leistung seit dem Aufstieg vor fast 11 Jahren. Total katastrophal. Senderos erprobte, wie nah man einem Eigentor kommen kann, Hangeland bolzte völlig unnötig Klärungsversuche direkt in die Füße der starken Newcastle-Mittelfeldakteure Cabaye und Guthrie, Murphy kriegte keinen Fuß auf den Boden, Dempsey, Zamora waren de facto unsichtbar, während man bei Bryan Ruiz das "de facto" streichen kann. War er überhaupt da? Riise und Duff waren als einzige wirklich dabei und versuchten, ein bisschen Druck zu machen, scheiterten jedoch an der starken rechten Seite der Magpies mit RV Simpson und dem Flügelmann Ben Arfa, der bei Newcastle unerklärlicherweise nicht in die Startelf kommt. Auch sein Konterpart Gutierrez war sackstark auf der linken Offensivseite.
Der schon angesprochene Steve Sidwell schaffte es, die Wirkung der Schaltzentrale der Barcodes, also Cabaye und Guthrie, einigermaßen gering zu halten, doch als er den  Platz in der 37. Minute verlassen musste, war man komplett formlos und verunsichert unterwegs. Für ihn kam Andy Johnson. Der sollte zwar später noch wichtig werden, doch für's Erste sorgte AJs Einwechslung dafür, dass man die defensive Form vollends verlor.
Powerful - Danny Guthrie beim 1-0 für Newcastle
Denn Jol machte seinen einzigen taktischen Fehler des Abends, er stellte Bryan Ruiz ins zentrale Mittelfeld. Der verlor in der eigenen Hälfte dann auch prompt den Ball, ehe der junge Danny Guthrie selbigen mit mächtig Schmackes in die Maschen haute. Bam. Das saß, war aber hochverdient. Mir ist offen gesagt schleierhaft, wie man 41 Minuten ohne Gegentor überlebt hat. Das war schon fast eine Meisterleistung. Kurz vor der Halbzeit hatte man noch massives Pech, als der junge Davide Santon Johnson auf Höhe der Mittelline zu Fall brachte: Eigentlich eine Notbremse, somit eine Rote Karte. Es kam lediglich die Gelbe von Schiedsrichter Mason. Diese Aktion konnte allerdings die beschämenden ersten 45 Minuten nicht wettmachen. Von den Tribünen gab es Pfiffe: Nach dem schwachen Auftritt in Lancashire gegen Blackburn hatten die Fans eine Reaktion erwartet.

Die muss auch Jol erwartet haben, denn zur zweiten Halbzeit kam eine komplett veränderte Truppe auf den Rasen. Aus der geprügelten Truppe, die mit hängenden Köpfen in die Kabinen getrottet war, war eine Mannschaft geworden. Jol behob sofort seinen taktischen Fehler, indem er Chris Baird für Ruiz einwechselte und den Nordiren neben Skipper Danny Murphy beorderte. Fortan spielten die Whites etwas, was eine Mischung aus einem waschechten 4-4-2 und einem 4-3-3 darstellte. Johnson und Zamora bildeten die Sturmspitze, während Duff auf dem rechten Flügel wirbelte. Dempsey, der im echten 4-4-2 irgendwo links gespielt hätte, war derweil eher überall zu finden, zumeist zentral. Dahinter Murphy und - der eigentliche Showmaster des Abends - Chris Baird.
Ich habe Baird immer für massiv unterschätzt gehalten, insbesondere, was seine kreativen Qualitäten anbetrifft. Im zentralen Mittelfeld sehe ich ihn am Besten. Er hat Pässe drauf, die man ansonsten von Leuten wie Xavi oder früher Deco sieht: Lange Bälle, genau in den Fuß seiner Mitspieler. Aber auch die kurzen, schnellen, tödlichen Pässe beherrschft er. Zudem kann er Murphy nahezu perfekt abschirmen, was im 4-4-2 auch dringend nötig ist, denn hier macht der Oldie das Spiel, während er in anderen Formationen von den Kreativköpfen Dembele und Ruiz entlastet wird.
Das lineup der zweiten Halbzeit
Jols Formation in Halbzeit Eins

 Bereits in der 52. Minute zeigte sich, dass sich Jol's Kühnheit gelohnt hatte. Nach einem langen Ball lief Damien Duff dem Ball hinterher und wurde an der Strafraumgrenze von Santon gelegt. War es ein Elfmeter, oder doch ein Freistoss? Im Nachhinein schwer zu beantworten: Lee Mason, der die Aktion von seiner Position aus nicht ausreichend beurteilen konnte, wendete sich an die Linienrichterin, Sian Massey. Die entschied auf Elfmeter. Das war vermutlich die falsche Entscheidung, auch wenn man Masseys Entscheidung durchaus nachvollziehen kann, denn die Aktion ging in den Strafraum hinein. Was den Übeltäter betrifft, so kam Davide Santon glimpflich davon: Eigentlich wäre das eine zweite Gelbe gewesen. Er musste den Platz jedoch nicht verlassen.
Den Elfmeter verwandelte Danny Murphy trotzdem.

In der Folge versuchte Newcastle, die Führung wiederherzustellen. Doch es war Andy Johnson, der in der 59. Minute den nächsten Impuls setzte. Er tanzte den weit aufgerückten Innenverteidiger Mike Williamson aus und konnte so Newcastle's hoch stehende Defensivreihe offenlegen. In die Lücken spritzten Bobby Zamora und Clint Dempsey.
AJ öffnet das Spiel - eingekreist: Der ausgespielte Mike Williamson


Johnson, der in der ihm eigenen Art Fahrt aufgenommen hatte, legte den Ball auf rechts zu Zamora. Bobby schoss - zwar konnte Keeper Tim Krul den Schuss parieren, doch musste Dempsey den rebound nur noch einschieben. Innerhalb von sieben Minuten hatte Fulham die Partie gedreht.

Und es kam noch besser: Zwei weitere Tore folgten. Bobby Zamora spielte einen schönen Pass, erneut auf Clint Dempsey, der Tim Krul verlud und das 3-1 schoss. Zamora selbst verwandelte mit brachialer Urgewalt einen Elfmeter, nachdem Krul AJ im Strafraum zu Fall gebracht hatte. 4-1.
Innerhalb von 20 Minuten durfte Fulhams Offensivquartett im Grunde machen, was es wollte. Danny Murphy und Chris Baird hatten im Mittelfeld die Dominanz von Cabaye und Guthrie komplett gebrochen, die beiden regelrecht auseinandergenommen.

Newcastle war faktisch gebrochen, doch kurz vor Schluss konnte die Toon Army im Putney End doch noch einmal hoffen: Der unberechenbare (für Mit- und Gegenspieler!) Hatem Ben Arfa spielte den ansonsten starken John Arne Riise schwindelig und traf zum 4-2.

High Flyin'- Clint Dempsey


Doch der Abend gehörte einem anderen: Clint Dempsey.
Der Texaner schoss in der 89. Minute erneut ein - und es war ein wahrhaft historischer Moment für den Mann aus Nacogdoches: Der erste Premier League-hat-trick eines US-Amerikaners. Sein erster Premier League-hat-trick. Und wieder gab der wiedererstarkte Bobby Zamora die Vorlage. Dempsey, wie immer ständig in Bewegung, schlüpfte zwischen den hüftsteifen Coloccini und Williamson hindurch und schob an Krul vorbei ein - 5-2. Der Endstand. Nach 0-1 zur Halbzeit. Und der Verdienst? Dempsey, Jol, Zamora, Duff, Johnson, Baird. Alle hatten sie ihren Verdienst. Respekt an Jol: Nicht viele Manager haben die Eier, ihren eigenen Stareinkauf runterzunehmen und auf eine alte Formation umzuschalten. Aber es war der genau richtige Schritt, ein Schritt, mit dem Toon-Manager und Fulham-Fan Alan Pardew nicht rechnete. Allerdings muss er sich auch fragen, was mit seiner Mannschaft los war, die zwischenzeitlich Auflösungserscheinungen zeigte.
Match Winners - Dempsey und Martin Jol
Als nächstes geht es für Jol und das Team zum FA-Cup Match nach Liverpool. An der Merseyside wird man mit dem FC Everton die Klingen kreuzen. Im Goodison Park hat man eine katastrophale Bilanz. Doch während des FA Cup-Runs 1975 konnte man Everton hier schlagen - man kam später bis ins Finale.
Die Mannschaft spielt derzeit so verrückt, positiv wie negativ, da ist es denen allemal zuzutrauen, auch hier was zählbares zu holen.

Ups and Downs, isn't it?
Mr Fulham

Mittwoch, 31. August 2011

Bryan Ruiz oder Die Angst vor Abgängen

Vor wenigen Stunden ist er also angebrochen, der ominöse "Transfer Deadline Day", gerne auch kurz D-Day genannt. Noch ein letztes Mal haben die Vereine in Europa Zeit, ihre Kader zu verstärken. Ob sinnvoll oder nicht spielt überraschend selten eine Rolle. Dies wird insbesondere bei Tottenham immer wieder gerne offenbar. Harry Redknapp ist ein bekennender Fan des letzten Tages - bei Rafael Van der Vaart trieb es der gute 'Arry in der letzten Saison fast ein bisschen zu weit. Weil das Faxgerät in der Spurs-Geschäftsstelle angeblich defekt war, durften die erforderlichen Unterlagen zur Registrierung des Spielers nachgereicht werden. Vor zwei Jahren verpflichteten die Spurs am letzten Tag des Fensters einen gewissen Peter Crouch. Fulham hatte mit Pompey einen 11m-Deal vereinbart - bis 'Arry kam und sich Crouch für 9m schnappte.
Al Fayed war stinksauer und zog bis vor das Sportgericht - der Rechtsstreit hält an. Fulham behauptet, dass Ligapräsident Sir Dave Richards seine Finger mit im Spiel hatte.

Doch genug von ollen Kamellen - wenden wir uns dem "D-Day 2011" zu, präziser den Geschehnissen rund um Fulham.

Set to sign? Bryan Ruiz
Erst möchte ich die erfreulichen Themen abhandeln - Bryan Ruiz steht vor einem Transfer zu Fulham!
Der FC Twente, bekanntlich Gruppengegner der Cottagers in der Europa League-Saison, konnte sich nach zähen Verhandlungen mit Fulham auf eine Ablöse von 10.6m einigen. Ruiz, der auch mit Tottenham und Arsenal in Verbindung gebracht wurde, absolviert noch seinen Medizincheck und soll dann einen Vertrag unterschreiben.

Der 26-jährige Flügelspieler wechselte im Juni 2009 von KAA Gent nach Enschede. Er hatte zuvor in drei Jahren bei Gent 26 Tore in 79 Spielen erzielt. Bei Twente verbesserte er diese Quote noch: In 61 Spielen für die Tukkers traf Ruiz stolze 39 mal.

Offensiv kann Ruiz vieles spielen. Beide Flügelpositionen sind ebenso sein Terrain wie die hängende Spitze. Er hat eine gute Technik, einen guten Antritt, ist enorm kopfballstark und ist kaum vom Ball zu trennen.

Hinzu kommt eine überraschende Effektivität - er taucht erstaunlich oft im Sechzehner auf, auch wenn das von Haus aus nicht sein Revier ist. Dennoch gehörte er in der Eredivise in den letzten Jahren zu den konstantesten Torjägern. Fraglich ist noch, ob er diese Stärke auch in der besseren Liga und gegen die stärkeren Mannschaften zeigen kann. Mit 26 Jahren ist er allerdings ein mehr oder weniger gestandener Profi, der in seiner Zeit bei Enschede auch schon Champions League spielte. Fraglich auch, ob er als direkter Ersatz für Dempsey geplant ist - mehr zu Clint später.

Sollte die Verpflichtung morgen fix gemeldet werden, werde ich hier natürlich die gewohnten Factfiles einbringen - auch zu den vier anderen Neuzugängen und jenen, die möglicherweise noch folgen.


Die Daily Mail will indes erfahren haben, dass Fulham auch den französischen Nationalstürmer Andre-Pierre Gignac verpflichtet hat. Die Zeitung berichtet, man konnte sich mit Gignacs Verein Olympique Marseille auf ein einjähriges Leihgeschäft verständigen.

Auch in Verhandlungen stehen soll man mit unserem letzten europäischen Gegner Dnipro Dnipropetrovsk. Objekt der Begierde ist der Ghanaer Derek Boateng, der ja vor Monaten schon einmal mit uns in Verbindung gebracht wurde. Den 28-jährigen Nationalspieler will man ebenfalls ausleihen. Eine Kaufoption soll auch dabei sein. Laut Sky Sports gab es heute eine Anhörung bezüglich der Arbeitserlaubnis. Man wird sehen.

Sicher scheint zudem der bereits angedeutete Transfer von Zdenek Grygera. Der Tscheche hat seinen Vertrag bei Juventus Turin einvernehmlich aufgelöst und könnte nun ablösefrei zu Fulham wechseln.

Damit hätte man drei Rechtsverteidiger. Und genau hier beginnt der unerfreuliche Teil: Die Abgänge.
Denn die Medien spekulieren nicht nur über Neuankömmlinge. Laut Times-Redakeuren soll Chris Baird noch verkauft werden.

Ebenfalls vor dem Aus steht offensichtlich Clint Dempsey - unser Texaner hegt ja schon lange den Wunsch, mal Champions League-Fußball zu spielen. Arsenal soll nun Interesse bekundet haben, ebenso Aston Villa, der FC Sevilla, der AS Rom und Newcastle United.

Banger Blick in die Zukunft - Clint Dempsey
Ich kann mir Fulham derzeit nicht ohne Clint vorstellen und ich glaube, dass man den potentiellen Verlust von Dempsey noch lange spüren würde. Ebenso verhält es sich bei Bobby Zamora.

Zwar betonte Jol mehrfach, dass er keine Pläne habe, Zamora abzugeben, doch die Gerüchte um Gignac lassen Raum für Spekulationen. War Zamora gegen die Wolves wirklich verletzt oder doch kaltgestellt? Wo war er bei der Niederlage gegen Newcastle? Fest steht: Ein Fulham ohne Zamora und Dempsey, die beiden einzigen regelmäßigen Torschützen des Teams, ist schwer vorstellbar. Auch die Vielseitigkeit von Chris Baird kann man noch brauchen. Und ich hoffe, das sieht auch Martin Jol so. Trotz Ruiz. Trotz Grygera. Trotz der anderen potentiellen Neuzugänge.

In diesem Sinne,
let the show begin.
Mr Fulham

PS: Für alle, die up to date sein wollen:
transfermarkt-User Spursfanhannover hat einen ganz wunderbaren Thread erstellt, der sich ganz dem D-Day widmet. Viel Spaß, Viel Leid, viel Haareraufen und Viel Glück beim nervenaufreibensten Tag des Jahres.


PPS: Die Reserves haben heute im Motspur Park in überragender Manier gegen Bolton gewonnen. Nach 90 Minuten stand es 7-0 für die Gastgeber. Marcello Trotta überragte als fünffacher (!) Torschütze. Auch Tom Donegan und Alex Kacaniklic trafen. Bjorn Helge Riise gab sein Comeback nach Verletzungspause, Marcel Gecov debütierte für die Whites. Bei Bolton kehrte der US-Amerikaner Stuart Holden nach langfristiger Verletzung zurück.


Und jetzt drückt uns bitte alle die Daumen, dass uns Baird, Dempsey und Zamora erhalten bleiben! Fingers crossed!

Mittwoch, 4. Mai 2011

Official Fulham Podcast [BBC London download] 04.05.2011

Clint Dempsey, seit seinem Doppelpack gegen Bolton mit 33 Toren Fulhams PL-Rekordtorschütze, und Mark Hughes äußern sich über im wöchentlichen Inside Fulham Podcast über die erfreulichen Ergebnisse der letzten Woche.

http://www.bbc.co.uk/podcasts/series/iffc

Die Presse bringt uns derweil mit Ntsama (YBB), Kranjcar (Spurs), Sinclair (Swansea) und Osvaldo (Espanyol) in Verbindung.

Weiter nix besonderes, nur der Vollständigkeit halber,
Mr Fulham

Donnerstag, 17. Februar 2011

From Hero to Zero oder Comebacks, Comebacks, Comebacks

Zugegeben, das ist etwas hart. Clint Dempsey ist diesen Weg sicher nicht gegangen, einen Elfmeter in der Nachspielzeit gegen einen der weltbesten Keeper kann man sicher mal verschießen. Doch es bleibt in erster Linie eines - ärgerlich. Man hat zwei unglaublich wichtige Punkte im Abstiegskampf liegen gelassen.
Auf der anderen Seite hat man einen unerwarteten Punkt geholt.

Die Leere danach.
In den Minuten unmittelbar nach dem Schlusspfiff war ich hin- und hergerissen zwischen ebenjenen Szenarios. War das jetzt gut oder schlecht, ist das Glas halb leer, oder halb voll?

Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es halb voll ist. Warum? Ganz einfach: Weil die performances stimmen und das Team inzwischen defensive Sicherheit mit offensiver Klasse paart. Unter Hodgson stand man größtenteils hinten sicher und setzte gelegentliche Konter, vor allem auswärts. Spielerisch ist das einfach über weite Strecken richtig gut. Und ich bin mir sicher, dass Hughes noch einiges mit dem Team vorhat. Spieler wie Dembele und Kakuta werden wir wohl demnächst in höherer Anzahl am Cottage sehen. Jetzt muss er nur noch sein Herz für die Jugend erkennen, dann bin ich runum zufrieden.
Inzwischen machen wir oftmals das Spiel, verstecken uns nicht - halten aber trotzdem die defensive Ordnung. Das folgende Schema veranschaulicht das ganz gut:

Average Positions v Aston Villa (top) und Chelsea
  1. Was gleich auffällt - Duff (#16) ist sehr variabel. Während er gegen Aston Villa unglaublich offensiv agierte und den eher defensivstarken Clark (#21) beschäftige, spielte er gegen den offensivfreudigen Ashley Cole (#3) wesentlich defensiver.
  2. Wir können das zentrale Mittelfeld gut dicht machen. Hier tummeln sich in der durchschnittlichen Positionsgrafik Murphy (#13), Sidwell (#7), Dempsey (#23), Gudjohnsen (#22) und Dembele (#30). Bairds (#6) Positionsangabe beim Villa-Spiel muss man relativieren. Er ging nach Pantsils Auswechslung von der linken Außenbahn nach rechts. Hier hat die Taktik der Technik einen Streich gespielt.
    Ich glaube, dass das gegen Chelsea auch Hughes' Plan war. Er hat das Mittelfeld sowas von zu gemacht mit seiner 4-4-1-1-Formation, dass es für die spielstarken Lampard (#8), Ramires (#7), Malouda (#15), Anelka (#39) und Essien (#5) sehr schwer wurde, sich durchzukombinieren und Torres (#9) zu bedienen. Das war letztendlich ja auch selten genug der Fall - der Spanier hing größtenteils in der Luft.
  3. Mousa Dembele ist kein Stürmer. Vielmehr ein offensiver Mittelfeldspieler mit Qualitäten einer hängenden Spitze. Das war gegen beide Mannschaften eine absolute Augenweide, der Junge ist klasse. Wir sind nichtmal halb so stark, wenn er fehlt.
  4. Sidwell hält Murphy konsequent den Rücken frei. Und das ist auch gut so. Etuhu wird es schwer haben, wieder in ein so funktionierendes Team zu kommen.

 Nächster Punkt: Zamora, Senderos und Hoesen sind zurück. Besonders bei den ersten Beiden ist das natürlich eine sehr wichtige und erfreuliche Nachricht. 

Back for good - Phil Senderos
 Zamora spielte in der vergangenen Woche 45 Minuten in einem Testsspiel gegen seinen Exklub Brighton, schoss dabei beim Comeback ein Tor. Er traf auch bei einem 4-1-Sieg einer Fulham-Auswahl gegen eine Everton XI am Dienstag am Motspur Park.
Hier war auch Senderos zum ersten Mal wieder mit von der Partie, spielte 45 Minuten und hinterließ einen guten Eindruck.

Es hat sich sehr gut angefühlt am Dienstag und es ist schön, wieder da zu sein.Ob nun in der Reserve, oder bei einem anderen Spiel - es ist immer etwas besonderes für mich. Es war ja das erste Mal, dass ich ein Fulham-Trikot anzog, also war ich recht erfreut darüber. [...] Die Reha lief sehr gut, die Physiotherapeuten und das Trainerteam haben sehr hart gearbeitet, um mich so schnell wie möglich fit zu bekommen.
                                                                       - Phillipe Senderos
Auch zu der aufsteigenden Leistungskurve der letzten Wochen äußerte 'Phil' sich:

Die Jungs waren großartig. Man konnte sowohl in Training als auch im Spiel erkennen, dass ihre Leistungen immer besser wurden. Man sieht einfach, dass jeder voll dabei ist. Wir wollen alle gerne in die obere Tabellenhälfte und wir waren am Montag schon sehr nach dran und ich bin mir sicher, dass die Jungs bis zum Saisonende weitermachen werden.


Zurück zum 4-1-Sieg. Die Tore erzielten Neuzugang Eidur Gudjohnsen, der gleich zweimal traf, Bobby Zamora (ja, schon wieder!) und der dritte Rückkehrer Danny Hoesen.
Mit Jonathan Greening, Stephen Kelly und Gael Kakuta waren weitere First Team-Kandidaten dabei. Ebenso wie Lauri Dalle Valle, der gerne mal seine Chance bekommen darf.


Derweil wurden zwei unzufriedene Kaderspieler in die Zweite Liga verliehen - Bjorn Helge Riise wechselt bis Mai zu Sheffield United, der Südafrikaner Kagisho Dikgacoi geht zu Crystal Palace.

Im FA-Cup geht es am Sonntag übrigens gegen die Trotters, die sich gestern gegen die Latics durchsetzen. Klasnic traf in Wigan vor der Rekordkulisse von 7,500 zahlenden Zuschauern zum 0-1-Endstand.


Hier ein teaser vom Verein zum Spiel am Samstag:

Show Your Support


Comebacks, innit?
Mr Fulham

PS: ich entschuldige mich an dieser Stelle in aller Form dafür, dass die Grafik so breit ist. Leider ist eine Darstellung hier nicht anders möglich.

Dienstag, 15. Februar 2011

Fulham v Chelsea 0-0

Ein sicherlich bitteres Ergebnis, betrachtet man das Ende. Aber seht selbst:


Fulham - Chelsea 0-0: Highlights from Bilet on Vimeo.

Sonntag, 31. Oktober 2010

Ein wichtiger Befreiungsschlag

Das war wichtig - sehr wichtig.
Mit einem 2-0 gegen die harmlosen Latics aus Wigan katapultiert sich Fulham von Platz 16 - auf den man mit zwei unglücklichen Niederlagen gegen Tottenham und West Bromwich gefallen war - auf den vorläufigen 8. Tabellenrang.
Der zweite Sieg in dieser Premier League-Saison wurde eingeleitet durch ein Kopfballtor von Ami Clint Dempsey nach einer wundervollen Flanke von Carlos Salcido. Ich sagte es ja bereits vor einigen Wochen: Salcido ist vor allem hier definitiv kein Rückschritt zu Konchesky. Der konnte zwar auch gut flanken, doch Salcidos Flanken sind nochmal besser als die von Konch. Sehr präzise, exakt zugeschnitten auf den Kopfballspieler.
Doppeljubel - Clint Dempsey (r.)

So kam auch die Flanke vor dem 1-0. Ähnlich dem 1-0 gegen Blackburn. Flanke Salcido, Kopfball Dempsey, Tor.
Das 2-0 wurde auf der anderen Seite eingeleitet: Chris Baird, der heute gegenüber Kelly und Pantsil den Vorzug erhielt, passte wiederum auf Dempsey, dieser schoss an Al-Habsi vorbei ins Tor.
Fulham hätte zweifellos noch 2,3 Tore schießen können, durch Dembele und Gera - dies wäre insgesamt auch durchaus verdient gewesen. Doch am Ende musste Al-Habsi nur zweimal den diesmal gelben Spielball aus dem Netz holen, zweimal nach tollen Toren von Clint Dempsey.


Auch vom Transfermarkt lässt sich durchaus interessantes berichten:
Laut eigenen Aussagen will Mark Hughes aktiv auf dem Transfermarkt tätig werden.

Die Medien haben bereits einige illustre Namen in den Raum geworfen: Michael Carrick (Manchester United), Roque Santa Cruz (Manchester City) oder auch den immer wiederkehrenden David Bentley (Tottenham). Sagen wir es so - ich würde mich gegen keinen dieser Namen verwehren.

PS: AJ is back. Bisher nicht mehr als zwei Cameo-Auftritte gegen West Brom und Wigan, die jedoch vielversprechend.

Die Hoffnung hat einen Namen - AJ


Aber ich bin extrem froh, dass er endlich wieder fußballerisch für Schlagzeilen sorgen kann, der Arme.
Hoffentlich kann er eifrig mithelfen, den Verlust von Zamora aufzufangen.


Auf interessante Wochen,
Mr Fulham