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Donnerstag, 12. Juli 2012

The Swing of the Silly Season

Seit zwei Wochen ist das Transferfenster nun offiziell auf. Die Vereine sind am Handeln, versuchen, nicht mehr benötigte Spieler abzugeben und neue Akteure zu verpflichten.

Bei Fulham plant Martin Jol einen Umbruch. Die Altstars Danny Murphy und Andrew Johnson, der Russe Pavel Pogrebnyak sowie der Ersatzsspieler Orlando Sá haben den Verein verlassen, Mittelfeldmann Bjorn Helge Riise könnte Fulham ebenfalls verlassen - Tromso interessiert sich für den Norweger.

Zudem ist die Zukunft der beiden Stars Moussa Dembele (24) und Clint Dempsey (29) ungewiss. Die Verträge beider Spieler laufen aus, was dazu führt, dass die Ablösesummen für die beiden nicht mehr allzu hoch ausfallen werden. Zudem wittern beide ihre Chance, endlich bei einem großen Klub unterzukommen.

Der US-Amerikaner Dempsey wird den Verein wohl ziemlich sicher verlassen, Arsenal und Liverpool sollen interessiert sein. Dempsey hat oft beteuert, dass es der Traum eines jeden Spielers ist, irgendwann in der Champions League zu spielen. Doch dazu müsste ein Vereinswechsel her.

Staying Or Leaving? - Dembele (l.) und Dempsey

Auch der jüngere Dembele möchte da mal hin. Schon bei seinem Transfer zu Fulham machte er daraus keinen Hehl. Fulham sei nur eine Zwischenstation. Deswegen auch nur die relativ kurze Vertragslaufzeit von drei Jahren. Potentielle Käufer sollten nicht abgeschreckt werden.

Eine geplante Vertragsverlängerung ließen beide Spieler bis dato platzen. Die Zeichen stehen auf Abschied.

Das bringt gewisse Probleme mit sich, vor allem für die Zeit, bis die beiden weg sind. Man kann nicht sofort in die Vollen gehen, weil sie noch da sind. Und wenn sie erst weg sind, steigt der Druck auf Martin Jol und Alistair Mackintosh von Tag zu Tag, Ersatz zu finden.

Das imponiert mir an deutschen Vereinen immer so - die gradezu schwäbische Gründlichkeit, mit der Kaderplanung betrieben wird. Beispiel Gladbach: Bei Reus und Neustädter, selbst bei Dante, war schnell klar, dass die nicht bleiben werden. Also hat man Deals gemacht und hat so unheimlichen Zeitgewinn verbucht - und so früh Ersatz beschaffen können, zumindest für Neustädter.

Bei Fulham sieht es so aus, als würde sich die Planung bis zum Deadline Day am 31. August hinziehen. Da läuft die Saison schon zwei Wochen, und selbst dann ist man nicht davor gefeiht, die beiden Topstars noch zu verlieren. Klar, je später im Transferfenster, desto höher wird die Ablöse, aber desto weniger wird eben auch die Zeit, um noch adäquat zu reagieren.
Im Januar konnte man das gut beobachten: Bobby Zamora verließ den Klub am letzten Tag, die Verhandlungen mit dem Ersatz, Lucas Barrios, scheiterten am Berater des Paraguayos. Und so musste man auf Pogrebnyak zurückgreifen. Das Risiko, in das man da gegangen ist, hat sich am Ende ausgezahlt, Pogrebnyak erzielte 6 Tore.
Und doch: Das hätte arg nach hinten losgehen können.

Trotz des Damoklesschwertes, was in Person der beiden 'Dems' noch über Jol/AliMac hängt, scheint die Tendenz da zu sein, früh im Sommer gewisse Weichen zu stellen: So hat man in den ersten zwei Wochen des Fensters schon drei neue Spieler verpflichtet - der im letzten Post schon angesprochene Mladen Petric, der ehemalige Wolfsburger Defensivallrounder Sascha Riether sowie - heute - der kolumbianische Stürmer Hugo Rodallega.
Die Stürmer kommen ablösefrei, Riether wird vom 1. FC Köln vorerst nur ausgeliehen.

Grade deshalb sind es gute Deals - auch wenn die Tatsache, dass alle drei quasi für lau kommen, schon Bedenken auslöst - hat man kein Geld zur Verfügung oder wird man die Mittel auf ein, zwei, vielleicht drei Topzugänge bündeln?

Die Frage bleibt offen, aber vorerst kann man sagen, dass das Fenster durchaus erfolgreich verlaufen ist.

Zu den einzelnen Spielern -

Mladen Petric

Petric (31) ist ein kroatischer Stürmer, der sein gesamtes Fußballerleben im deutschsprachigen Raum absolviert hat. Er fing an in der Schweiz (wo er seit seiner Kindheit lebte) beim FC Neuendorf und verbrachte seine ganz Jugend beim FC Baden. Über weitere Stationen in der Schweiz folgte 2007 schließlich der Wechsel nach Deutschland, zu Borussia Dortmund. Dort schoss er in einer Saison 13 Tore in 29 Spielen, und traf im DFB-Pokalfinale, das die Dortmunder erst in der Verlängerung gegen den FC Bayern verloren.
Nach Abschluss der Saison wechselte Petric im Tausch gegen Mohamed Zidan zum Hamburger SV (der damals vom jetzigen Fulham-Manager Martin Jol trainiert wurde), wo er nach und nach zum Kultstar avancierte und mit seinem ihm eigenen Torjubel (bei dem er wie der Liebesgott Amor einen Pfeil in die Zuschauermenge schießt) die Herzen der Hansestadt im Sturm eroberte (meine lyrischen Fähigkeiten werden echt unterschätzt, Anm. d. Red.).
Bei den Rothosen bleib er bis zum Ende der vergangenen Saison, als er wegen des mannschaftsinternen Umbauprogrammes keinen neuen Vertrag erhielt. Nach dem letzten Heimspiel für den HSV (einem 0-0 gegen Mainz) flossen Tränen beim Kroaten.
Mladen Petric (Foto: Fulhamfc.com)

Fulham-Fans ist Petric sicherlich vor allem durch sein atemberaubendes Freistosstor im Craven Cottage in Erinnerung, als er nach einem 0-0 in Hamburg im Europa League-Halbfinale das zwischenzeitliche 0-1 für den HSV erzielte (natürlich gewann Fulham am Ende noch spektakulär mit 2-1).

Martin Jol erinnerte sich also an seinen alten Schützling aus gemeinsamen Hamburger Tagen und brachte ihn nach London. Bei Fulham unterzeichnete Petric am 28.06.2012 einen Einjahresvertrag.

Er sagte: "Ich mag die Premier League und es war immer ein Wunsch von mir, mal in der Liga zu spielen. Ich habe vor zwei Jahren mit Hamburg gegen den Klub gespielt. Es war sehr schön, im Craven Cottage zu spielen mit der wundervollen Kulisse, und ich habe mich mit allen Offiziellen des Vereins, die ich seither getroffen habe, sehr gut verstanden."



Sascha Riether


Die Leihe von Riether (29), die am 06.07.2012 bekanntgegeben wurde, macht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht so viel Sinn wie der Transfer von Petric. Denn weder auf der Rechtsverteidiger-Position (wo sich derzeit noch Kelly, Grygera und Baird tummeln) noch im defensiven Mittelfeld (Diarra, Sidwell, Etuhu, Gecov) besteht akuter Bedarf.
Dennoch ist es natürlich immer schön, einen so erfahrenen und konstanten Defensivspieler wie Riether im Verein zu wissen.
Er spielte, im breisgauischen Lahr geboren, seit 1998 für den SC Freiburg, bei dem er 2002 auch seinen Durchbruch schaffte - damals spielten die Breisgauer noch in Liga Zwei, waren aber damals schon für ihre ausgezeichnete Jugendarbeit bekannt.
2007 folgte der Wechsel zum aufstrebenden VfL Wolfsburg, mit dem er 2009 sogar Deutscher Meister wurde. Er war in dieser Saison einer der Leistungsträger auf der rechten Verteidigerposition und spielte sich sogar in die deutsche Nationalmannschaft, für die er zweimal auflief.
Sascha Riether (Foto: Fulhamfc.com)

Auch er ist Fulham-Fans aus der Europa League bekannt, als die Cottagers 2010 im Viertelfinale die Wolfsburger ausschalten konnten.

2011 wechselte er zum 1. FC Köln, und obwohl die Geißböcke am Saisonende abstiegen und er auf der eher ungewohnten Position im defensiven Mittelfeld eingesetzt wurde, war Riether eine der wenigen Konstanten in einer schwierigen Saison.

Dies hat offenbar auch Martin Jol erkannt, denn er lieh Riether für ein Jahr von Köln aus. Außerdem wurde eine Kaufoption vereinbart.

Riether sagte: "Ich bin sehr zufrieden, dass ich jetzt unterschrieben habe. Es fühlt sich an, als hätte ich eine lange Pause vom Fußball gehabt. Für mich ist es eine neue Herausforderung in einem neuen Land. Fulham ist ein guter Klub, mit einer langen Tradition und ich bin froh, hier zu sein. Ich habe hier einmal mit dem VfL Wolfsburg gespielt und ich erinnere mich, dass das Craven Cottage ein tolles Stadion mit tollen Fans ist. Ich hoffe, ich werde hier eine tolle Saison haben."


Hugo Rodallega

Vor wenigen Stunden wurde vom Verein auch die dritte Verpflichtung des Sommers bekanntgegeben: Der Kolumbianer Hugo Rodallega (26) kommt ablösefrei von Wigan Athletic und unterschreibt einen Vertrag bis 2015.
Rodallega ist Fulham-Fans vor allem durch sein Tor im DW Stadium bekannt, als er das zwischenzeitliche 1-0 für Wigan gegen die Cottagers erzielte. Am Ende ging das Spiel 1-1 aus.

Hugo Rodallega (Foto: Fulhamfc.com)
Rodallega begann seine Karriere in Kolumbien und spielte von 2004 bis 2006 für Deportes Quidío und Deportivo Cali in der ersten kolumbianischen Liga. Mit guten Leistungen erregte der Nationalspieler das Interesse ausländischer Klubs, und 2006 folgte der Wechsel zum CF Monterrey nach Mexiko. Bei  den Rayados schaffte er es jedoch nicht an seine Form anzuknüpfen und er wechselte zu Necaxa. Bei den Rayos wiederrum wusste Rodallega zu überzeugen. Eineinhalb Jahre später, im Januar 2009, folgte der Wechsel zu Wigan Athletic in die englische Premier League. Dort wurde er zum umjubelten Topstar und ist bis heute Wigans Rekordtorschütze in der ersten Liga (mit 24 Toren).

In der letzten Saison jedoch strauchelte der Kolumbianer merklich, startete nur 11 Spiele und kam in 12 Einsätzen von der Bank. Es ist Fulhams Glück, denn sonst wäre 'Rodagol' vermutlich bei einem echten Topklub gelandet. So ist es 'nur' Fulham geworden.

Ich denke, wir können uns umso mehr auf ihn freuen, auch wegen seiner Vielseitigkeit: Rodallega kann neben der klassischen Mittelstürmerposition auch auf den Flügeln spielen, beispielsweise in einem 4-3-3.

Er sagte heute: "Ich freue mich wahnsinnig, dass bei Fulham unterschrieben habe. Ich wollte in England bleiben und ich bin froh, dass mir Fulham diese Möglichkeit geboten hat. Ich möchte mich auch noch bei den Mitarbeitern und Fans von Wigan Athletic für wundervolle dreieinhalb Jahre bedanken."

Morgen übrigens der Beginn einer kurzen pre-season Tour durch Deutschland, man spielt am 15.07. in Grimma gegen den dänischen Klub Koge, am 18.07. im Bruno-Plache Stadion in Leipzig gegen den Traditionsverein Lokomotive Leipzig sowie am 21.07. in Weingarten gegen Kaiserslautern.



Weitere Abgänge oder neue Spieler werde ich hier natürlich analysieren.

In diesem Sinne,
Mr Fulham

PS: Wie zu erwarten war, hat Co-Trainer und Fulham-Legende Ray Lewington den Verein verlassen. Er unterschreibt beim englische Fußballbund (FA) einen Vierjahresvertrag und wird damit Co-Trainer von Roy Hodgson.

Good Luck, Ray!

PPS: Der Schweizer Pajtim Kasami wird seine Nation übrigens bei den Olympischen Spielen von London vertreten und ist somit der einzige Fulham-Spieler, der das tut. Ich wünsche ihn alles erdenklich Gute. Genieße die Atmosphäre.

Go for Gold, Pajtim!

Montag, 11. Juli 2011

Erste Eindrücke

Die ersten Spiele unter Jol sind vorbei, Zeit für ein erstes Zwischenfazit.

Fulham - Runavik 3-0 (1-0)
Tore: Duff, Murphy (pen), A Johnson.

Debüt I - Dalla Valle im Hinspiel
Nach schwungvollem Beginn und einigen Hochkarätern, in erster Linie von Johnson versiebt, konnten die Färöenser aus Runavik die Anfangsnervosität ablegen und sich defensiv stablisieren. Nach einer quälenden halben Stunde ohne Tor gelang Fulham dann doch noch das 1-0 - der wiedergenesene Damien Duff schloss nach einer schönen Kombination mit Davies trocken ab. Der ansonsten bärenstarke Keeper Runaviks, András Gango, war chancenlos.
Wieder eine halbe Stunde später wurde AJ im Strafraum gefällt - Elfmeter. Murphy trifft eiskalt in die rechte Ecke des Tores am Putney End.
Auch Johnson sollte noch sein Erfolgserlebnis bekommen. Nach einer tollen Kombination von Etuhu und Zamora ließ AJ Gango keinerlei Chance.
Lauri Dalla Valle kam zwölf Minuten vor Schluss vor Bobby Zamora und machte einen durchaus guten Eindruck.


Runavik - Fulham 0-0

Debüt II - Frei (l.) im Rückspiel
Eine schwache Partie mit diversen Möglichkeiten, die jedoch alle versiebt wurden. Einziger Lichtblick war letztendlich Kerim Frei, der nach seiner Einwechslung für mächtig Furore sorgte. Der erst 17-jährige in Österreich geborene Schweizer türkischer Abstammung wurde knapp 20 Minuten vor Schluss für AJ eingewechselt und harmonierte gut mit Zamora und dem überraschend starken Jonathan Greening. Hughes, Baird und Murphy waren zuhause geblieben. Auch Dalla Valle wurde kurz vor Schluss nochmal eingewechselt, hatte aber keine Szenen mehr.


Überdies gab es noch ein Freundschaftsspiel in Kingsmeadow gegen den AFC Wimbledon. Der Anfang des Jahrtausends nach dem Umzug der "originalen" Dons nach Milton Keynes gegründete Verein spielt in dieser Saison erstmals in der Football League.
Das Spiel, in dem hauptsächlich Jugendspieler eingesetzt wurden, gewannen die Dons mit 0-2. Unter anderem gab Tom Donegan sein Debüt neben Danny Murphy. Genau wie Marsh-Brown bot auch er einige gefällige Aktionen an.
Die Niederlage war unglücklich aus unserer Sicht, denn Fulham war insbesondere in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft.

Wieder zu überzeugen wusste Kerim Frei, der DER Spieler des Spiels war. In Halbzeit eins dribbelte er erst 4 Dons-Spieler aus und schlenzte den Ball dann an den Pfosten. Dalla Valle haute den Nachschuss dann am leeren Tor vorbei.

Auf der Tribüne saß derweil ein ganz besonderer Gast: John Arne Riise.
Zaungast - John Arne Riise (r.) mit FoF-User Frankie Taylor
Der Norweger sah nicht etwa nur seinem Bruder Bjorn Helge beim Spielen zu, sondern absolviert dieser Tage ein Club Medical bei uns. Das ist das einzige, was einer Verpflichtung noch im Wege steht. Bei Fulham würde er nicht nur auf seinen Bruder, sondern auch auf seinen Nationalmannschaftskapitän und kongenialen Abwehrpartner Brede Hangeland treffen.
Riise würde uns auf der Problemposition Linksverteidigung endlich ein bisschen Ruhe und Sicherheit verschaffen. Mit einer kolportierten Ablöse von 2,5 Millionen € ist das ganze auch noch ein echtes Schnäppchen.
Was aber das Geilste daran ist - wir haben endlich wieder einen ausgewiesenen Freistossspezialisten im Team!
Hier nur mal ein Beispiel.


Darf er sehr gerne mal gegen Chelsea machen. Unser Papa Smurf da auch mal kurz zu sehen, noch blutjung.


Der Transfer des 30-jährigen Riise von der Roma nährt Spekulationen um einen Abgang des etatmäßigen Linksverteidigers Carlos Salcido.

Der Mexikaner soll Heimweh haben - seine Familie war zurück nach Mexiko gezogen, nachdem im vergangenen Herbst in sein Haus eingebrochen wurde. Auch einige Formkrisen gefährdeten zum Winter hin seinen Stammplatz. Nachdem Pantsil auf der anderen Seite noch fehlerbehafteter agierte, musste der für Sally auf links eingesetzte Chris Baird jedoch wieder rüber auf rechts - somit rutschte Salcido wieder zurück in die Starting XI.
Spekuliert wird derweil über einen möglichen Tausch von Salcido mit Monterrey's Starstürmer Aldo De Nigris. Der Mexikaner war beim Gold Cup einer der überragenden Spieler des Cupsiegers und steuerte in fünf Spielen vier Tore bei - bemerkenswert ist, dass er jedes Mal eingewechselt wurde.
Man wird sehen, was noch passiert - jedoch sehe ich bei Salcido eindeutig einen Vereinswechsel.

C. Somogyi
Heute wurde im Übrigen die erste Verpflichtung der Saison bekannt gegeben: Aus der ungarischen zweiten Liga (!), von einem Budapester Vorstadtklub, kommt der Keeper Csaba Somogyi an die Themse. Der 26-jährige Ungar unterschreibt einen Vertrag bis 2012, mit einer Einjahresoption.
Dies nährt Spekulationen, dass David Stockdale den Klub leihweise verlassen darf, um Spielpraxis zu sammeln.
Jol hatte sich in Abstimmung mit dem neuen Torwarttrainer Hans Segers früh für die alte #1, Mark Schwarzer entschieden. Nun will man Stockdale trotzdem Spielpraxis verschaffen - Aufsteiger Swansea war bereits interessiert, jedoch favorisiert man einen Zweitligaklub, weil man da einen 24-Stunden-recall-Klausel einbaue kann.
Kagisho Dikgacoi hat uns derweil in Richtung Crystal Palace verlassen. Sehr schade, ich habe immer auf seinen Durchbruch gehofft und ihn immer für fähiger als Etuhu gehalten. Sei es drum, Palace kriegt einen guten defensiven Mittelfeldspieler und wir knappe 700,000 Pfund.

Linked - Bendtner
Gehandelt wird auch der Däne Nicklas Bendtner von Arsenal. Die dänische Zeitung sporten berichtete heute davon, dass Bendtner sich bereit in fortgeschrittenen Verhandlungen mit Fulham über einen Transfer befindet. Da man die Ablösesumme (angeblich rund 8 Millionen Pfund) nicht gleich bezahlen will, soll man eine Leihe mit Kaufoption präferieren. Jedoch sei nach wie vor auch Borussia Dortmund an dem 23-jährigen Stürmer interessiert.
Raphael Honigstein vom Guardian sieht einen Transfer zu Dortmund gar als imminent an, jedoch dementierte Sportdirektor Zorc die Meldungen, dass Bendtner und der BVB sich praktisch einig wären, aufs Schärfste.

Tatsache ist, dass Bendtner mit seinen Beratern in der letzten Woche in Deutschland war. Tatsache ist aber auch, dass Fulham seit geraumer Zeit in Verhandlungen mit Arsenal und dem Spieler steht.

Will sagen: Wir bewegen uns grade in einem ziemlich luftleeren Raum und backen Spekulatius. Bendtner ist zwar vielgescholten, dennoch will ich nicht verhehlen, dass mir eine Verpflichtung auch im Hinblick auf das Alter durchaus zusagen würde.

Und mit Riise, Bendtner und ein, zwei weiteren Verstärkungen können Europa League UND Premier League kommen.


Exciting, innit?
Mr Fulham

Lewington (r.) mit Lindeman und Jol (v.l.)
PS: Klublegende Ray Lewington wurde von Jol im Übrigen aus der "Verbannung" zurückgeholt und wieder zum Co-Trainer gemacht. Das hat Ray sich aber mal sowas von verdient. Hughes hat sich mit seiner "Taffia" offenbar regelmäßig verschanzt und Lewington nicht mit einbezogen. War wohl ein Fehler, denn Lewington kennt die Mannschaft wie kein Zweiter. Das hat Jol offensichtlich erkannt. Sehr weise Entscheidung vom Holländer. Damit umfasst das unmittelbare Coaching Staff nun Martin Jol, Ray Lewington, Michael Lindeman, Torwarttrainer Hans Segers sowie Cornelius Jol, der sich um alle Termine und Presseauftritte etc. kümmert. Billy McKinlay scheint auch noch ein bisschen mitzumischen, insbesondere, wenn es um die Integration der Youngster geht. Beim Spiel gegen Wimbledon saß er auch auf der Bank.

Montag, 13. Juni 2011

"There's nothing wrong with change...

...if it's in the right direction."

                                 - Sir Winston Churchill (*1874 †1965)

Ouch! - Mark Hughes verließ Fulham überraschend
Es ist sicher einiges an Wahrheit in diesem Zitat. Das hat sich offenbar auch Mark Hughes gedacht, der Fulham völlig überraschend am 2.6. den Rücken gekehrt hat. Das wohlgemerkt nach einer erfolgreichen Saison. Die Hintergründe sind nach wie vor nicht hundertprozentig geklärt - offenbar sah er seine Zukunft woanders. Als junger, ambitionierter Manager wolle er seinen "Horizont erweitern". Sein Agent, der zwielichtige Kia Joorabchain, der schon beim Skandal um den Wechsel der Argentinier Tevez und Mascherano seine Finger im Spiel hatte, fügt später in einer Live-Konferenz auf SSN pathetisch hinzu: "Fulham war Mark nicht ambitioniert genug. [...] Er möchte jedes Jahr um Titel kämpfen."

Good Riddance kann man da nur sagen, derartige Manager brauchen wir nun wirklich nicht.
Und nur fünf Tage (!) nach Hughes' Rücktritt wurde die Vereinsführung erneut tätig: Ausgerechnet der Niederländer Martin Jol wird der Nachfolger des Walisers.
Der 56-jährige Ex-HSV-Trainer unterschrieb einen Vertrag bis 2013 - mit einer Einjahres-Option. Der gemütliche Den Haager, dem der Posten im vergangenen Sommer schonmal angeboten wurde, sagte:
Der König ist tot, es lebe der König! - Martin Jol
"Ich bin sehr froh, zurück zu sein, insbesondere bei einem Klub wie Fulham. Ich erinnere mich noch daran, wie ich immer mit Tottenham [seinem ehemaligen Verein, Anm. d. Red.] hierher kam und ich glaube sogar, dass ich als Spieler hier ab und an aufgelaufen bin. Craven Cottage ist ein echtes Fußball-Stadion, ich bin immer sehr gerne hergekommen."
Auch Transferziele habe er schon ausgemacht. "Ein oder zwei neue Topspieler" wolle Jol der Mannschaft hinzufügen. Gemunkelt wird, dass Jol, der neben Hamburg und den Spurs zuletzt vor allem Ajax Amsterdam trainierte, sich intensiv in der holländischen Ehredivise umsehen wird. Auch Zugänge aus Tottenham sind nicht ausgeschlossen. Zu einigen Spielern soll Jol noch einen sehr guten Draht haben.

Auf ein revival darf sich der Niederländer ebenfalls freuen - In der Saison 2011/12 wird der FC Fulham wieder in der geliebten Europa League vertreten sein, in der man in der vorvergangenen Saison bis ins Finale vorstieß. Man qualifizierte sich in diesem Jahr über die Fairplay-Wertung für den Wettbewerb.

"Es wäre lächerlich zu behaupten, ich würde mich nicht über die Teilnahme am europäischen Wettbewerb freuen. Ich glaube, Fulham war der erste und einzige Klub mit einem lukrativen Einkommen durch die Europa League."
Mit seiner Vorfreude auf die EL steht Jol nicht alleine, auch Brede Hangeland und Phillipe Senderos freuen sich, endlich wieder mit Mannschaften aus ganz Europa die Klingen zu kreuzen. Hangeland sagte:
"Ich würde sagen, nachdem wir im letzten Jahr an diesem Abenteuer teilgenommen haben, wissen wir nun, wo das enden kann. Das sollte unsere Motivation sein, um in diesen Spielen gute Leistungen zu bringen und zu versuchen, so weit wie irgend möglich zu kommen."
Der lange verletzte Senderos ergänzte:
"Für mich ist die Europa League eine tolle Sache, da ich ein Jahr nicht mit dabei war."

Der große Nachteil für die Spieler ist jedoch die kurze Urlaubszeit - nur knapp 1 1/2 Wochen haben die Spieler frei, bevor man sich am 23.6. wieder am Motspur Park zusammenfindet. Danach bleibt nur noch eine Woche bis zum Saisonstart. Der Gegner ist noch unbekannt.

"Das sind die kürzesten Ferien, die ich jemals hatte!", scherzte Hangeland kürzlich.

Auch für Jol ist das ganze nicht ideal: Der Holländer muss nun so schnell wie möglich potentielle Neuzugänge ausfindig machen und sich überdies noch mit einer lästigen Offerte der Spurs für Mousa Dembele herumschlagen: Der Belgier hat in seiner ersten Saison Begehrlichkeiten geweckt. Jol möchte ihn jedoch um jeden Preis halten.

Alte Bekannte I - Jol und El Hamdaoui
Aktuell als Neuzugänge gehandelt werden Mounir El Hamdaoui (ein gemeinsamer Kumpel von Dembele und Jol aus jeweils gemeinsamen Zeiten bei Alkmaar und Amsterdam), der für knapp 5 Millionen Pfund verfügbar wäre. Der Mittelstürmer ist ein echter Knipser, manchmal jedoch zu egostisch.

Alte Bekannte II - Jol und Robbie Keane
Außerdem soll Jol an den Tottenham-Spielern Jermaine Jenas und Robbie Keane (beide rund 5 Millionen) sowie Keane's irischem Kollegen Glenn Whelan (Stoke City, eine Million Ablöse) und Blackpool's DJ Campbell (dank Ausstiegsklausel nur 1,5 Millionen) interessiert sein.

Kaderspieler? - Der Ire Glenn Whelan
Bei Tottenham außen vor - Jenas
Insbesondere die letztgenannten Whelan und Campbell wären jedoch eher als Kaderspieler gedacht. Denn in der vorletzten Saison merkte man dem dünnen Kader die vielen Spiele stark an - Spieler wie Hangeland oder Aaron Hughes absolvierten 60 Spiele oder mehr. Das soll sich jetzt ändern.

Golden Opportunity - Campbell
In Anbetracht der Ablösesummen (bei Campbell lediglich knapp über eine Million Pfund) kann man bei dem 29-jährigen fast schon von einem "steal" sprechen - würden nicht neben Fulham Teams wie Sunderland oder Newcastle an dem Stürmer interessiert sein, der im vergangenen Jahr stolze 13 Premier League-Tore erzielte.

Ein pikantes Problem erwartet Jol noch bei der Frage nach dem backroom staff - da Hughes noch keine neue Anstellung gefunden hat, bleiben Mark Bowen, Eddie Niedzwiecki und Glyn Hodges bis auf Weiteres bei Fulham. Jol kann sein Team (u.a. seinen Bruder Cornelis Jol und Konditionstrainer Michael Lindemann) noch nicht nachholen. Ob er seinen Assistenten aus gemeinsamen Tottenham-Zeiten, Chris Hughton, mitbringen kann steht auch noch in den Sternen. Der ehemalige Newcastle-Trainer steht bei Absteiger Birmingham derzeit hoch im Kurs. Sollte bis August keine Chefanstellung winken, würde Hughton als Assistenztrainer wohl zur Verfügung stehen. Torwarttrainer Kevin Hitchcock, offenbar kein festes Mitglied der Hughes-Entourage, wird wohl ebenso bleiben wie Fulham-Legende Ray Lewington, der wieder in den Trainerstab aufrücken wird. Dürfte ne bunte Mischung aus Holländern, Iren und Engländern werden. Man darf gespannt sein.


Ringing the changes, isit?
Mr Fulham

Siegertyp - Tom Donegan (r.)

PS: Mit Everton-Youngster Tom Donegan hat man bereits den ersten Neuzugang vermeldet. 
Der ZM, der auch im Youth Cup-Finale für die Toffees gegen Fulham spielte, kommt bis 2013.
Everton-Fans umschreiben ihn als spiel- und passstarken Typen mit einer guten Spielintelligenz. Er könne ein Team "führen" - so wie er das mit dem Everton-Team im Cottage getan hat: Denn dort war Donegan bester Mann seines Teams.